Hombruch traurig, Horst glücklich – Ausgleich in der Nachspielzeit


Hombrucher SV – SV Horst-Emscher 08 3:3 (2:1), Sportplatz Deutsch-Luxemburger Straße 56, Dortmund, Landesliga Staffel 3 Westfalen, Live dabei

Nach Abpfiff saßen einige Spieler in Rot enttäuscht auf dem Kunstrasen, ihre Kontrahenten in Schwarz feierten hingegen – 3:3 hatten sich in Landesliga 3 Westfalen der Hombrucher SV (Trikotfarbe Rot) und der SV Horst-Emscher 08 (Trikotfarbe Schwarz) getrennt. Dabei hatten die Gäste aus Gelsenkirchen zwei Tore in der 90. und 90+4. Minute geschossen und aus dem 1:3 noch ein 3:3 gemacht – in Unterzahl. 

Es war eine gute Entscheidung, nach Hombruch zu fahren und nicht zum parallel stattfinden Dortmunder Stadtderby SV Brackel 06 gegen TuS Bövinghausen. Denn das Spiel im südlichen Vorort Hombruch war doch unterhaltsamer als das im östlichen Stadtteil Brackel (Ergebnis 1:0 für Bövinghausen).
Die Landesliga (Siebte Liga in NRW) ist dabei im Amateurfußball schon eine ambitionierte Klasse. Ohne Geld – worüber bei den Amateuren früher nie, heute immerhin etwas gesprochen wird – läuft auch in dieser Liga nichts. Das technische Niveau der Spieler ist ordentlich, konditionell und athletisch sind die Teams gut. Und auch taktisch ist das oft sehr passabel.  
So war es auch beim Duell der punktgleichen Tabellennachbarn. Der Hombrucher SV und der SV Horst-Emscher lieferten sich einen harten Abnutzungskampf mit vielen Zweikämpfen, Ballbesitzphasen beider Teams gab es kaum. Die Gäste aus Gelsenkirchen gingen durch ein Eigentor der Gastgeber nach einer Standardsituation in Führung, quasi im Gegenzug fiel durch den immer torgefährlichen Tim Schrade der Ausgleich.

Die Spieler von Hombruch (rot) und Horst (schwarz) erwarten einen Eckball, Bild: uk


Das Schöne am Amateurfußball ist, dass der Zuschauer alle Reaktionen der Teams, Trainer und Zuschauer mitbekommt. Auch am Sonntag feuerten beide Trainer engagiert an, wobei der Horster Coach Jens Grembowietz, 2006 U19-Meister mit dem FC Schalke 04 und Mitspieler von Benedikt Höwedes und Mesut Özil, noch eine Spur lauter wirkte. Die Spieler kommunizierten ebenfalls permanent, viele Entscheidungen der Unparteiischen wurden außerdem kommentiert.
Das sind immer interessante Einblicke in das Team-Innenleben, die der Zuschauer im Profibereich oder Fernsehen nie bekommt. Darum sind viele Amateurkicks unterhaltsamer als manche Profispiele und selbst Grottenkicks erhalten so manchmal noch einen interessanten Aspekt. 

Drama in den Schlussminuten

Das Spiel am Sonntag wog weiter hin und her, verbissene und harte Zweikämpfe – allerdings nie unfair an diesem Tag – prägten das Bild. Eine Einzelaktion von HSV-Kapitän Dominic Haake führte dann etwas überraschend zum 2:1 für die Gastgeber und kurz nach der Pause fiel das 3:1 durch einen verwandelten Handelfmeter von Tim Schrade.
Jetzt schien alles für Hombruch zu laufen, zumal Horsts Innenverteidiger Ahmed Dilek die gelb-rote Karte sah. Der HSV wirkte nun deutlich gelöster, ließ teilweise gut den Ball laufen, mancher leichtsinniger Ballverlust stoppte jedoch die Bemühungen.  
Defensiv aber schienen sie alles im Griff zu haben. Der erste Erfolg nach fünf sieglosen Partien schien nahe. Doch der SV Horst-Emscher gab nie auf, auch angetrieben von ihrem unermüdlichen Trainer Grembowietz. „Hier geht noch was“, sagte er kurz vor Ende und dann wurde es noch mal dramatisch:  In der 90. Minute gelang Norman Seidel das 2:3, danach vergab der eingewechselte Christian Wazian die erneute Hombrucher Führung und quasi im Gegenzug schoss der ebenfalls eingewechselte Baris Aydin den Ausgleich. Dramatik in Reinkultur – und ein Grund, Fußballspiele nie vor dem Schlusspfiff zu verlassen. 

Zur Geschichte des Hombrucher SV 09/72

Die Homepage des SV Horst-Emscher 08

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