Trist und gar nicht sexy – Hertha gegen Schalke
Hertha BSC Berlin - FC Schalke 04 0:0, Olympiastadion Berlin, 31.01. 2020, DAZN
Ein 0:0 der traurigen Art gab es am Freitag zwischen Hertha
BSC Berlin und Schalke 04. Fußball zum Abgewöhnen – das Geschehen außerhalb des
Rasens war interessanter als der eigentliche Kick. Denn Hertha hat zum
Transferschluss noch mal richtig aufgerüstet.
Nun muss jeder, der beim Duell Hertha gegen Schalke
spektakulären Offensivfußball erwartet hatte, die letzten Monate auf einer
einsamen Insel verbracht haben. Beide Mannschaften haben ihre Qualität beim
Spiel gegen den Ball, nicht mit demselben. So lief das Spiel dann auch. Die
Berliner standen tief: Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann möchte die Defensive
stärken, um nicht weiter in der Tabelle abzurutschen.
Schalke musste das Spiel machen und das mögen sie auch unter
David Wagner nicht. Ein typischer Spielzug sah so aus: Die Innenverteidiger
spielten sich den Ball quer zu, vertikale bzw. lange Pässe kamen nicht an. Weil
die Berliner gut standen.
„Hertha grundsätzlich
ungewillt am Spielbetrieb teilzunehmen“, stellte DAZN-Kommentator Lukas
Schönmüller nach 15 Minuten fest. Es war eine Tortur für den Zuschauer,
Torschüsse und Chancen blieben Mangelware. „Dem Spiel fehlt Energie“, meinte
DAZN-Experte Jonas Hummel. So kann man es auch sehen, erst in der Nachspielzeit
hatte Schalke durch Mc Kennie die erste Torchance.
Piatek trifft fast
So trostlos ging es nach der Halbzeit weiter. Klinsmann macht
bei Hertha den großen Visionär und spricht mit den Windhorst-Millionen von der
Champions League. Doch in der Realität spielt er Fußball ohne Kreativität.
Schönmüller und Hummel können locker über Geschehnisse außerhalb des Rasens
sprechen, im Olympiastadion passierte nichts Bewegendes. Aber sie loben, dass
die Spieler sich auch nach verbissenen Zweikämpfen fair die Hand schütteln. Wie
beim Handball. Der Autor war fast schon eingenickt, da hätte Schalker beinahe
durch Raman nach Boyata-Fehler getroffen.
Dann kam die große neue Berliner Stürmerhoffnung: Krzysztof Piatek,
gesprochen Piontek, gekauft vom AC Mailand. Dort musste er Rückkehrer Zlatan Ibrahimovic weichen.
Bei Milan habe ich ihn zweimal
gesehen, da spielte er ebenso desolat wie die ganze Mannschaft. Bei Sampdoria
Genua vorher war er aber gut, 13 Tore in 19 Spielen. Nach 74 Minuten hatte er
dann nach einer Ecke per Kopf seine erste Torchance. Manche Aktionen sahen
schon mal nach Mittelstürmer aus.
Beide Teams bekämpften sich weiterhin verbissen und Hertha
erarbeitete sich sogar noch eine gute Chance in der Nachspielzeit. Aber ein
Berliner Sieg wäre dann doch zu viel des Guten gewesen.
Schon am Dienstag gibt es ein Wiedersehen im DFB-Pokal. Aber ohne mich.
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