Soler und Parejo Valencias Helden des Tages
FC Valencia – Celta Vigo 1:0 (0:0), Estadio Mestalla Valencia, La Liga, 01.02.2020, DAZN
Champions League-Aspirant zu Hause gegen Abstiegskandidat –
das ist auf dem Papier eine klare Sache. Nicht so bei FC Valencia gegen Celta
Vigo in Spaniens La Liga. Doch Valencia gewann 1:0 gegen das kriselnde Vigo,
das eigentlich gleichwertig war. So ist das, wenn ein Klub unten steht – auch wenn
das eine der bekanntesten Phrasen im Fußball ist.
Jeison Murillo, Winterneuzugang von Celta Vigo, ist ein
höflicher Mensch. Der kolumbianische Innenverteidiger, zuletzt bei Sampdoria
Genua, spielte einige Zeit beim FC Valencia. Und so begrüßte und umarmte er
nicht nur alle Spieler seines ehemaligen Klubs, sondern auch Trainer und
Betreuer. Auch Valencia hat einen Neuzugang aus Italien, Alessandro Florenzi
vom AS Rom. Nicht dabei ist der ehemalige Dortmunder Paco Alcacer, der in
Valencia ja sportlich groß wurde und der beim FC ebenfalls im Gespräch war.
Aber die einstige Dortmunder Torfabrik spielt zukünftig für Villareal in La
Liga – und traf bei seinem Debüt gegen Osasuna.
Das Spiel ging sofort gut los, kein Vergleich zum müden Kick
zwischen Hertha und Schalke. Beide Mannschaften wollten Fußball spielen, beide
Teams agierten mit viel Tempo und suchten den Angriff. Auch Celta aus dem
Keller von La Liga mischte munter mit, für eine Mannschaft auf einem
Abstiegsplatz wirkte sie erstaunlich selbstbewusst. Fast jeder Angriff lief über Iago Aspas (32), einem Celta-Urgestein, das nach Stationen bei Liverpool
und beim FC Sevilla seit 2015 wieder in Galizien kickt.
Zweiter bekannter Kicker von Celta ist Rafinha, der Bruder
von Bayerns Thiago und Sohn des brasilianischen Weltmeisters Mazinho. „Das sind
schon tolle Gene in der Familie“, sagt DAZN-Kommentator Uwe Morawe.
Parejos Blitzreaktion
Doch man sieht auch Celtas Problem. Nur Iago Aspas strahlte
Gefahr aus und der war manchmal einfach zu umständlich. Sein Sturmpartner, der
wuchtige Gabriel Fernandez, hatte nur eine gefährliche Szene. Nur 17 Tore in 22
Spielen zeigen das Dilemma.
Dazu kam noch der Geistesblitz von Valencia-Kapitän Parejo, der
einen Freistoß von Iago Aspas auf der Linie klärte und dabei sich per
Geistesblitz aus der Mauer löste. „So präsent muss ein Kapitän sein“, lobte
Morawe.
Der Kommentator war ein souveräner Begleiter des Spiels,
informiert und schweigt zur rechten Zeit. Eine seltene Tugend, denn nichts ist schlimmer
ewig plaudernde Reporter.
Ein Tor fiel dann doch noch für Valencia durch Carlos Soler
nach 78 Minuten nach schöner Vorarbeit von Rodrigo Moreno. Damit liegt der Club
weiter auf Champions League-Kurs.
Dabei hatten viele nach der scheinbar
willkürlichen Entlassung des Erfolgstrainers Marcelino Schlimmes für die Saison
befürchtet. Doch Trainer Albert Celades scheint den Laden im Griff zu haben.
„Ein ruhiger Vertreter. Aber bei einem Klub wie dem FC Valencia, der
traditionell viele Nebengeräusche entwickelt, keine schlechte Wahl“, meinte
Morawe.
Für Vigo war es ein bitterer Spieltag: Durch den Sieg von
Leganes rutscht Celta auf den vorletzten Platz ab.
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