Entfesselte Bremer stoppen Haaland und den BVB
Werder Bremen – Borussia Dortmund 3:2 (2:1), Wohninvest Weserstadion Bremen, DFB-Pokal, 04.02.2020, Das Erste
Werder Bremen
schmeißt Borussia Dortmund aus dem DFB-Pokal. Die in der Bundesliga auf Abstiegskurs befindlichen Hanseaten besiegten die
in diesem Jahr noch unbesiegten Westfalen und schafften die Sensation. Es war
einer dieser packenden Abende im DFB-Pokal, an denen sich Publikum und Mannschaft
gegenseitig antrieben. Und weil Dortmund in Abschnitt 2 unzählige gute Chancen
vergab, hieß der Sieger Werder Bremen.
Dabei hat der BVB doch Stürmer Erling Haaland, der in seinen
ersten drei Einsätzen für Schwarz-Gelb alle möglichen Rekorde brach. Der 19-jährige
Norweger faszinierte nicht nur die BVB-Freunde, die Süddeutsche
Zeitung widmete ihm schon eine Glosse. Kein Wunder, dass Dortmund ohne großes
Bedauern den einstigen Goalgetter Paco Alcacer zurück nach Spanien ziehen ließ.
Doch Haaland blieb erst mal auf der Bank. Und Bremen spielte wie aufgedreht. „Interessant zu sehen, dass Werder nicht gehemmt ist“, meinte ARD-Experte Thomas Broich. Noch mehr beeindruckt waren der Experte und Kommentator Gerd Gottlob nach dem 1:0. Friedls Nachsetzen führte zu Hakimis Ballverlust, Rashicas Schuss konnte Hitz noch abklatschen, Selke traf zur Bremer Führung.
Besonders Leonardo Bittencourt, zu Beginn seiner Karriere auch mal beim BVB, gefiel. Immer wieder feuerte er das Publikum an und traf nach 30 Minuten mit einem fulminanten Schuss zum 2:0. Wieder sah der BVB nicht gut aus. Auch wenn das Tor ein wenig komisch war: Bei der Ballannahme sprang Bittencourt der Ball weit weg, doch er traf ihn optimal.Es gibt solche Abende, an denen gelingt eben alles.
Das Dortmunder Spiel kritisierte Broich als zu „statisch“, ihm fehlten
die Seitenwechsel. Ich fand es ideenlos und ein wenig lethargisch. „Fehlende
Tiefe“, bemängelte BVB-Innenverteidiger Mats Hummels nach dem Spiel. Wenn ich
Werder-Fan wäre, wäre ich hingegen begeistert gewesen.
Dortmund nutzt Chancen nicht
Nach der Pause kam dann endlich Haaland und die Borussia
spielte deutlich zielstrebiger, auch wenn Broich das Spiel immer noch zu ruhig
fand. „Aber der BVB holt sich schnell den Ball zurück, gönnt Werder keine
Ballbesitzphasen“.
Natürlich traf Haaland zum 1:2, doch dieser Abend gehörte dem Außenseiter: Osako, dem in dieser Saison noch wenig gelang, spielte einen tollen Pass auf den immer gefährlichen Rashica und Werder führte erneut mit zwei Toren.
Der BVB aber kämpfte zurück, erarbeitete sich jetzt
Torchancen, doch nur der eingewechselte Reyna traf. Pavlenka im
Werder-Tor rettete einige Male grandios. Andere Schiedsrichter hätten Bremens
Moisander nach seiner Attacke gegen Reyna vom Platz gestellt, Schiedsrichter Guido
Winkmann beließ es aber bei einer gelben Karte. So durfte Werder feiern und Broich
attestierte dem Spiel hinterher eine „wilde Fahrt.“
„Es war keine berauschende, aber auch keine schlechte
Leistung“, meinte Hummels nach Ende. Werder-Trainer Florian Kohfeldt war
natürlich erleichtert: „Seht ihr, wie gut ihr seid“, habe er seiner Mannschaft
in der Pause gesagt. Dieser Abend gehörte eindeutig Werder Bremen.
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