Ein entspannter Abend für alle Schwarz-Gelben


Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt 4:0 (1:0), Signal-Iduna-Park Dortmund, Bundesliga, 14.02.2020, DAZN

Geht doch! Nach zwei ärgerlichen Niederlagen in der letzten Woche und den wieder auflebenden Diskussionen über Mannschaft und Trainer besiegte Borussia Dortmund die zuletzt so starke Frankfurter Eintracht mit 4:0. Dabei bot der BVB eine sehr konzentrierte Leistung, ließ keine echte Torchance der Hessen zu. 

Es ging schon fast entspannt zu. Weil Dortmund diesmal auch gut nach hinten arbeitete. Alle Spieler machten mit: „Es war kein zu null der Abwehr, es war ein zu null der gesamten Mannschaft“, sagte Mats Hummels.
DAZN bot mal wieder einen Legenden-Kommentator auf und diesmal hatten sie Werner Hansch ausgegraben. Der Mann galt mal als die Stimme des Reviers, war ein brillanter Radio-Reporter und wechselte dann zum Fernsehen zu Sat 1. Auch wenn manche Formulierung ein wenig zu volkstümlich wirkte, war er doch einer der Erträglichen neben vielen Unerträglichen bei ran. Denn im Gegensatz zum Kollegen Jörg Dahlmann etwa drehte Hansch nicht in jedem Spiel vor Ekstase durch.
„Da ist wie ein Frühlingserwachen nach Winterschlaf“, sagte Hansch zu Beginn und bewunderte mit Kollege Daniel Günther die Wahnsinns-Choreografie der BVB-Fans auf der Südtribüne. Manchmal verwechselte Hansch Spieler, aber es sei ihm verziehen. „Haaland gleich Heiland“ – dieses Wortspiel konnte sich der Altmeister nicht verkneifen.
Doch der junge Norweger und der BVB taten sich anfangs schwer gegen gutstehende Frankfurter, die allerdings kaum etwas nach vorne unternahmen. Hansch vermisste Tempo beim BVB, aber Günther entgegnete, vielleicht sei dies ja die Taktik von Lucien Favre. Als es schon etwas unruhig wurde, kam ein anderer Altmeister ins Spiel. Lukasz Piszczek erinnerte sich an alte Sturmzeiten und schoss platziert zur Dortmunder Führung ein.
34 Jahre ist der Pole inzwischen, seit 2010 spielt er in Dortmund, bei mir genießt er Heldenstatus. So wie eigentlich alle Akteure der Meisterschaften 2011 und 2012, weil sie damals so eine unglaubliche Mannschaft waren. Die von einem unglaublichen Trainer trainiert wurden. 

Frankfurter Pässe ins Nichts

Die schwarzgelbe Gegenwart sah bei der Borussia in Halbzeit 2 auch sehr gut aus. Frankfurt hatte zwar mit Dost einen zusätzlichen Angreifer gebracht. Doch das Hütter-Team war schnell chancenlos.
Sancho überragte in der Reus-Rolle, Hakimi und Guerreiro trieben das Spiel immer wieder über Außen an und Witsel und Can hatten das defensive Mittelfeld sicher im Griff. Aber eigentlich überzeugte die gesamte BVB-Mannschaft. Sancho, Haaland und Guerreiro trafen zum 4:0 nach einigen brillanten Spielzeugen.
Frankfurt hatte spätestens nach 60 Minuten den Widerstand aufgegeben, die Eintracht wirkte schlapp. Was auch Hansch bemerkte, für launige Sprüche ist er immer gut. „Ein völlig überflüssiger Pass in den luftleeren Raum“ war so einer, Hinteregger war der Übeltäter.
Auch Sebastian Rode ging an diesem Abend mit unter. In Dortmund hatte er auch wegen diverser Verletzungen wenig gespielt. Wenn er mal auf dem Platz stand, war er nur Mitläufer. In Frankfurt aber gefiel Rode wieder als Mentalitätsspieler im Mittelfeld, der seine Mitspieler mitriss. Er war beim Europa League-Triumphzug der Eintracht in der letzten Saison eine von vielen Entdeckungen.  
Dortmund aber konnte vor dem Champions League-Achtelfinale gegen Paris St. Germain schon mal Kräfte sparen. Dann kommt Ex-Trainer Thomas Tuchel mit seiner Millionen-Truppe.   
  


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