Die neuen Pragmatiker von Real Madrid


CA Osasuna – Real Madrid 1:4 (1:2), Estadio El Sadar Pamplona, La Liga, 09.02.20, DAZN

Zum Schluss fiel das Ergebnis dann doch ein wenig hoch aus: 4:1 schlug Real Madrid Aufsteiger CA Osasuna. Die Mannschaft aus dem Baskenland wehrte sich tapfer, doch am Ende hatten die sehr effizienten Königlichen die Nase vorn. 

Eigentlich war am Sonntag Amateurfußball live geplant, Hombrucher SV gegen SV Wanne 11 aus der westfälischen Landesliga 3. Doch Sturmtief Sabine sorgte für die Spielabsage und dafür stand Real Madrid bei Osasuna in Pamplona auf dem Programm. Auch kein schlechter Ersatz.
Real Madrid verlor in der Woche 3:4 im spanischen Pokal gegen Real Sociedad (dreimal trafen Ex-Dortmunder für San Sebastian: zweimal Alexander Isak, einmal Mikel Merino). Dabei hatte Real-Trainer Zinédine Zidane seine Mannschaft ziemlich umgebaut und musste sich einige Kritik anhören. Doch in Pamplona spielte wieder das Stamm-Team, obwohl Zidane Toni Kroos pausieren ließ.
Den besseren Start hatte Osasuna auch ohne ihren besten Torschützen Chimy Avila: Die Gastgeber spielten mutig nach vorne, viel lief über die Außenverteidiger Nacho Vidal und Estupinan. Nach 14 Minuten hieß es dann auch 1:0 durch Unai Garcia nach einer Ecke von Ruben Garcia und auch der dritte Spieler mit dem Namen Garcia – Vorname David – gefiel.
Doch DAZN-Fachmann Ralph Gunesch erkannte schnell, dass Osasuna „diese Spielweise nicht lange durchhalten“ kann. Real wurde besser, Isco machte den Ausgleich und dann haben die Königlichen ja auch noch ihren Kapitän. „Im 16er wird es ungemütlich für den Gegner, wenn Sergio Ramos dabei ist“, prophezeite Reporter Daniel Günther.

Ramos dreht das Spiel  

So war es: Der Real-Innenverteidiger suchte nach einer Ecke den Clinch im Osasuna-Strafraum, die Zuschauer pfiffen wegen eines vermeintlichen Ramos-Fouls. So etwas stachelt Sergio Ramos nur an: Nach der nächsten Ecke erzielte er die Madrider Führung. „Real so zweckmäßig wie selten in der Vereinsgeschichte – drei gute Aktionen, zwei Tore“, waren sich die beiden DAZN-Leute einig.
Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt: Real kontrollierte weiter das Spiel, Osasuna mühte sich weiter – aber ohne Erfolg. In der Schlussphase konterte Real noch zweimal zum 4:1.
Es ist dieser gnadenlose Pragmatismus, der Real Madrid in der Spielzeit 19/20 auszeichnet. In den galaktischen Zeiten waren die Königlichen offensiv ausgerichtet, in der Defensive standen sie oft ungeordnet. Unter Zidane ist es jetzt anders beim Tabellenführer. Die Defensive hält, nur 14 Gegentore bislang sind die wenigsten in La Liga. Aber viele Siege sehen nach harter Arbeit aus. Drei Spieler verkörpern diesen Wandel am besten: Abwehrstratege Sergio Ramos, der unermüdliche Casemiro im defensiven Mittelfeld und Arbeiter Benzema im Angriff.  



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