Zwei „Kacktore“ in einem mäßigen Rom-Derby
AS Rom – Lazio Rom 1:1 (1:1), Stadio Olimpico Rom, 26.01. 2020, DAZN
Laut waren sie ja, die Fankurven beim Derby della Capitale zwischen dem AS Rom und Lazio Rom. Doch auf dem Rasen spürte man nicht viel von der
verbissenen Emotionalität eines Derbys. 1:1 endete das Spiel der Stadtrivalen,
es war ein mäßiges Spiel, in dem die Roma die aktivere Mannschaft war und sich
über das Unentschieden mehr ärgern wird.
Dabei spielen beide Teams eine starke Saison in der italienischen Serie A.
Die Roma auf Platz 4, Lazio sogar mit 46 Punkten auf 3 und seit 12 Spielen
ungeschlagen. Im Dezember habe ich das Team von Trainer Simone Inzaghi beim überzeugenden 3:1 gegen Juventus
gesehen, da gefielen sie sowohl defensiv als auch offensiv. Von Offensivstärke
war bei den Himmelblauen an diesem Abend jedoch wenig zu sehen.
„Es ist wie ein Schachspiel. Wer zuckt zuerst“, analysierte
DAZN-Kommentator Marco Hagemann nach etwa 15 Minuten. Es passierte nicht viel.
Bis zum 1:0 für den AS Rom, aber dieser Treffer passte zum Spiel: Keeper
Strakosha patzte gemeinsam mit seinen Innenverteidigern und vom Hinterkopf des
Edin Dzeko geht der Ball ins Netz. Wäre Strakosha doch im Tor geblieben. Das
erste „Kacktor“ des Tages.
Doch Fortsetzung folgte, der Ausgleich für Lazio hätte in Arnd Zeiglers beliebter Rubrik große Chancen auf den Monatserfolg. Roma-Schlussmann
Pau Lopez faustete den Ball quasi selber wieder ins Spiel, Smalling wollte klären,
Lazios Acerbi sagte Danke.
Immobile blieb torlos
Lazio blieb danach „weiter im Tiefschlaf“, stellte Experte
Ralph Gunesch fest, die Roma aber hatte trotz Schussverhältnisses von 16:3
wenig klare Chancen. Und wenn, dann war Strakosha da. Im kicker hätte er dennoch wegen seines krassen Fehlers die Note 5 bekommen.
Es war auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten, auch wenn
Hendrikh Mkhitaryan bei der Roma verletzt fehlte. Stürmer Ciro Immobile war
einer der wenig Fehleinkäufe bei Borussia Dortmund in der Klopp-Ära, weil er
überhaupt nicht ins Dortmunder System passte und wie ein Fremdkörper wirkte. In
der Serie A bei Lazio ist er aber wieder sehr treffsicher, eine wahre Tormaschine.
Am gestrigen Abend aber sah man den Immobile aus Dortmunder
Zeit, der kaum torgefährlich wurde und nur einmal in guter Position von
Spinazzola noch gut abgelaufen wurde. Aber der ehemalige Borusse konnte einem
wegen Lazios vorsichtigem Spiel ein wenig leidtun. Luis Alberto, der beste
Vorlagengeber der Liga, blieb lange unsichtbar, war dennoch stocksauer bei
seiner Ausbildung. Kommentator Hagemann und Experte Gunesch redeten das Spiel
nicht schön, die Analysen von Ralph Gunesch waren nüchtern und präzise. Nur die
ewigen Programmhinweise auf kommende DAZN-Höhepunkte wie den Superbowl der NFL nervten.
Aber das ist leider Usus bei den Sendern, ich erspare mir dennoch den
Superbowl.
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